D F I E

Archive

Lecture recommandée

R. KUNZMANN – K. WEISENSTEIN, Das Zürcher Probierbuch

Regenstauf 2018, ISBN 978-3-86646-164-2, 488 Seiten.

In sogenannten Probierbüchern wurden die Ergebnisse von Münzanalysen festgehalten, die im Auftrag der Obrigkeit erfolgten. Denn neue auswärtige Münzen wollte man umgehend auf Gewicht und Edelmetallgehalt kontrolliert wissen, damit man entscheiden konnte, ob diese im eigenen Territorium als Zahlungsmittel anzuerkennen seien und allenfalls zu welchem Kurs – oder ob man sie gleich verbieten wollte. Diese Probierprotokolle dienten als Grundlage zum Erlassen von Münzmandaten, Tarifen und Verboten.

Die Probierergebnisse wurden auf Zetteln notiert, in Listen zusammengestellt – oder eben in offiziellen oder privaten Probierbüchern gesammelt. All diese Dokumente – sofern sie erhalten sind – geben uns heute einen einmaligen Einblick in das einst umlaufende Geld. Sie sind zudem eine grossartige Quelle, um undatierte Münzen chronologisch einzuordnen – wann erschienen sie wo zum ersten Mal im Umlauf, und wie wurden sie bewertet? Besonders spannend ist es, wenn Münzabriebe beigelegt oder eingeklebt sind.

Zürcher Probierbuch
Zürcher Probierbuch. Photo credits: © Zentralbibliothek Zürich (Public domain, e-manuscripta).

In der Zentralbibliothek Zürich hat sich ein solches Probierbuch der Familie Stampfer erhalten, in dem Münzproben im Auftrag der Stadt Zürich notiert wurden: Das Exemplar deckt den Zeitraum von 1549 bis 1680 ab. Ausländische Grosssilbermünzen, schweizerische Scheidemünzen – die Palette der untersuchten Münzen ist sehr breit. Seit einiger Zeit ist das Exemplar online einsehbar. Und nun liegt eine kommentierte Edition vor! Der sorgfältigen Transkription werden gut strukturierte Kerninformationen zu jeder Münze gegenübergestellt. Oft werden auch Photographien der entsprechenden Münze zur Illustration eingefügt. Das Zürcher Probierbuch ist somit erschlossen und steht nun der numismatischen Forschung uneingeschränkt zur Verfügung.

Besonders sei auf Seite 473 verwiesen, wo die Einträge zusammengestellt sind, die Neues zu Schweizer Münzen ergeben, seien dies Informationen zur Datierung oder gar bisher gänzlich unbekannte Prägungen.

Wir danken den beiden Autoren/Herausgebern sehr für ihre Initiative und die grosse Arbeit, die sie geleistet haben, und hoffen, dass diese grossartige Quelle nun mehr ist als ein «Geheimtipp» und in Zukunft in den numismatischen Diskurs einfliesst. Und vielleicht wird durch diese Vorlage die Edition weiterer Probierbücher angeregt!

Das Buch kann im Buchhandel oder direkt beim Gietl-Verlag bestellt werden. Das Zürcher Probierbuch ist zudem bei e-manuscripta online einsehbar und kann dort auch als PDF heruntergeladen werden.

Roger Svensson, Renovatio Monetae. Bracteates and Coinage Policies in Medieval Europe, London 2013

284 Seiten plus 16 Fototafeln, ISBN-10: 1907427295; ISBN-13: 978-1907427299, Preis: 50 £ bei Spink, London.

Behandelt werden die Brakteaten nicht nur aus dem Gebiet des Heiligen Römischen Reiches, sondern auch aus Skandinavien und Osteuropa. Es handelt sich aber nicht um einen Katalog zur Bestimmung von Brakteaten. Vielmehr werden die Münzpolitik und die Gründe für die Brakteatenprägung dargestellt. Grosses Augenmerk gilt auch den wirtschaftlichen Zusammenhängen.

Das Buch kann im Buchhandel oder direkt beim Spink Verlag bestellt werden.

Neuer HMZ- Katalog (2. Auflage 2011)

R. KUNZMANN – J. RICHTER, Neuer HMZ-Katalog, Band 1: Die Münzen der Schweiz Antike bis Mittelalter, Regenstauf 2011 (2. Auflage). 351 Seiten, ISBN 978-3-86646-542-8, 29.80 Euro

J. RICHTER – R. KUNZMANN, Neuer HMZ-Katalog, Band 2: Die Münzen der Schweiz und Liechtensteins 15./16. Jahrhundert bis Gegenwart, Regenstauf 2011 (7. Auflage). 649 Seiten, ISBN 978-3-86646-543-5, 29.80 Euro

Die Autoren Ruedi Kunzmann und Jürg Richter legen nach der ersten Neubearbeitung des HMZ-Kataloges von 2006 nun eine erweiterte und verbesserte Neuauflage vor. In zwei handlichen Bänden werden alle bekannten Münztypen aus dem Gebiet des heutigen Schweiz von der Antike bis zur Gegenwart vorgestellt.

Aldo und André Colombi, Die Turmakten von Luzern (2011)

Rund 312 Seiten broschiert, ca. 40 Euro, Books on Demand GmbH, ISBN 978-3-8391-7460-9

Die beiden Autoren listen den Inhalt von 75 Turmknöpfen und Grundsteinen von zumeist Kirchen aus dem Kanton Luzern auf. Neben den Schriften werden auch Reliquien, Ansichtskarten, Fotos und allerlei Erinnerungsstücke in die Kugeln gelegt. Etwa jede dritte Kugel enthält Münzen aus der Zeit. Das Buch bringt sowohl Theologen wie Historikern und Numismatikern interessante Fakten aus erster Hand.

Lucia Travaini (Hrsg.), Le zecche italiane fino all'Unità (2011)

1660 Seiten gebunden in zwei Bänden, ca. 250 Euro, ISBN 978-88-240-1333-8

In knapper Form werden alle Münzstätten in Italien und solche, die heute ausserhalb der Landesgrenzen liegen vorgestellt. Im ersten Band ist eine ganze Reihe von einführenden Aufsätzen zu verschiedenen Themen zu finden wie etwa zum Münzrecht, Bergbau, Ausstattung der Münzstätte, Münzgewichte u. a. Ein direkter «Schweizer Bezug» ist im zweiten Band unter den Stichworten Basilea, Evian, Coira, Cornavin, Gex, Mesocco, Nyon und Saint-Maurice-d’Agaune zu finden.

Münzen und Münzfunde aus dem Kanton Glarus

272 Seiten, broschiert, CHF 70.–, ISBN 978-3-85546-201-1.

Das Jahrbuch Nr. 88, 2008 des Historischen Vereins des Kanton Glarus ist ganz der Numismatik gewidmet. Unter anderem sind alle bekannten Münzfunde und münzverwandte Objekte wie Jetons oder Spielmarken von der Antike bis zur Neuzeit aus dem Kanton Glarus erstmals zusammen gestellt.

  • J. DIAZ TABERNERO – R. C. ACKERMANN – M. NICK, Münzen und Münzfunde aus dem Land Glarus. S. 9–109. (e-periodica)
  • L. BERTOLACCINI – B. ZÄCH, Der «Letzi-Münzfund» von Näfels (gefunden 1828): Ein Siedlungsfund, kein Schatzfund, S. 111–145. (e-periodica)
  • F. BÜHLER-ZIMMERMANN, Glarner Münzen aus dem 17. Jahrhundert, S. 147–228. (e-periodica)
  • Die Südostschweiz (15.12.2008) (PDF)

EDWIN TOBLER – BENEDIKT ZÄCH – SAMUEL NUSSBAUM, Die Münzprägung der Stadt St. Gallen 1407–1797. Schweizer Studien zur Numismatik 2, St. Gallen 2008

Leineneinband mit farbigem Schutzumschlag, Format 18 x 27 cm, 272 Seiten. Über 625 Münzabbildungen im Katalogteil, 32 zum Teil farbige Abbildungen im Textteil. CHF 98.– (plus Versand) / Der Europreis (plus Versand) wird zum jeweiligen Tageskurs berechnet. ISBN 13: 978-3-907047-06-4.

Die Stadt St. Gallen begann 1407, mitten in den Appenzellerkriegen, mit der Prägung eigener Münzen. Bis 1797, also während 390 Jahren – unterbrochen durch längere Pausen – stellte St. Gallen eigenes Geld her, das im wirtschaftlichen Umland und weit bis nach Süddeutschland zirkulierte.

Das vorliegende Buch ist der erste systematische Katalog der St. Galler Münzprägung und ersetzt ein älteres Bestimmungswerk von 1911. Es verzeichnet 190 Münztypen mit über 650 Varianten. Der reich illustrierte Katalog ist mit umfangreichen Anhängen ergänzt, besonders einem Personenverzeichnis zur St. Galler Münzgeschichte, das erstmals einen Einblick in das für die Münzprägung verantwortliche Personengeflecht gibt. Zudem sind zeitgenössische Fälschungen und moderne Nachahmungen und die 95 im Katalog verwendeten Münz- und Interpunktionszeichen aufgelistet und erläutert.

Da noch immer keine umfassende st. gallische Münzgeschichte existiert, die St. Galler Archive aber reiche Schriftquellen zu diesem Thema bergen, sind in einer ausführlichen Einleitung wichtige Leitlinien der Münzgeschichte im Sinne eines Kommentars zum Katalog behandelt. Mit der Einleitung und dem Personenverzeichnis bietet das Werk über die Münz- und Geldgeschichte hinaus Informationen zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Stadt St. Gallen vom 15.-18. Jahrhundert.

Der Katalog ist ein neues Bestimmungswerk zur Münzprägung der Stadt St. Gallen und steht am Ende langjähriger Forschungen; die Einleitung bildet einen Ausgangspunkt für neue Quellenforschungen zum St. Galler Münzwesen.

Das Buch kann entweder online im Shop der Numis-Post oder über eine der folgenden Adressen bestellt werden.

Schweiz:

Numis-Post
Postfach
7310 Bad Ragaz
Fax: +41 81 302 59 84
E-Mail: info@numis-online.ch

Übrige Länder:

Paul-Francis Jacquier, Numismatiker
Honsellstrasse 8
D-77694 Kehl am Rhein
Telefon: +49 7851 1217
Fax: +49 7851 73074
E-Mail: office@coinsjacquier.com
E-Mail: office@bibliotheca-numismatica.com

I. A. CARRADICE – T. V. BUTTREY, The Roman Imperial Coinage. Volume II – Part 1. Second fully revised edition. From AD 69–96. Vespasian to Domitian, London 2007

428 Seiten, gebunden, 160 S/W-Tafeln. ca. Euro 126.–, ca. CHF 203.–. ISBN 10: 1-902040-84-8, ISBN 13: 987-1-902040-84-4.

Das Buch kann im Buchhandel oder direkt beim Spink Verlag bestellt werden.

H. DERSCHKA, Fundmünzen aus Kempten. Allgäuer Forschungen zur Archäologie und Geschichte 2, Friedberg 2007

443 Seiten, gebunden, 24.80 Euro. ISBN 978-3-9807628-7-8.

Der Band umfasst rund 1’000 Fundmünzen, die v.a. aus den Zwischenböden der Kemptener Altstadt stammen. Der detaillierte und durchgehend bebilderte Katalog wird durch eine umfangreiche Fundauswertung ergänzt.

Das Buch kann im Buchhandel oder direkt beim Likias Verlag bestellt werden: info@likias.de.

H. RIZZOLLI, Die Meraner Münzstätte unter den Habsburgern bis 1477 und die görzische Prägestätte Lienz/Toblach. Münzgeschichte des alttirolischen Raumes und CNTM Band 2, Bozen 2006

680 Seiten, über 1000 Abbildungen. 89.– Euro in Südtirol/Italien, 98.– Euro im Ausland. ISBN 13: 978-88-8266-261-5.

Der Band kann im Buchhandel oder direkt beim Autor bestellt werden helmut@rizzolli.com

R. KUNZMANN – J. RICHTER, Neuer HMZ-Katalog, Band 1: Die Münzen der Schweiz – Antike bis Mittelalter, Regenstauf 2006 (1. Auflage)

288 Seiten, 29.80 Euro / 48.– CHF, ISBN 3-86646-508-4

J. RICHTER – R. KUNZMANN, Neuer HMZ-Katalog, Band 2: Die Münzen der Schweiz und Liechtensteins 15./16. Jahrhundert bis Gegenwart, Regenstauf 2006 (6. Auflage)

624 Seiten, 29.80 Euro / 48.– CHF, ISBN 3-86646-504-1

H. R. MEDING, Die Herstellung von Münzen. Von der Handarbeit im Mittelalter zu den modernen Fertigungsverfahren, Frankfurt a. M. 2006

224 Seiten, ISBN – (Jahresgabe der Gesellschaft für Internationale Geldgeschichte).

Weitere Informationen unter www.gig-geldgeschichte.de bzw. gig-geldgeschichte@freenet.de.

CH. BARTELS – A. BINGENER – R. SLOTTA, «1556 Perkwerch etc.» – Das Schwazer Bergbuch. Veröffentlichungen aus dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum 142 [drei Bände, nur geschlossen beziehbar], Band I: Der Bochumer Entwurf von 1554, Faksimile, Band II: Der Bochumer Entwurf und die Endfassung von 1556. Textkritische Editionen, Band III: Der Bergbau bei Schwaz in Tirol im mittleren 16. Jahrhundert, Bochum 2006

insgesamt 983 Seiten, Euro 59.– / CHF. 93.25, ISBN 3-937203-22-2.

H. EMMERIG, Glossar zu Münztechnik und Münzverwaltung in Spätmittelalter und früher Neuzeit. Zum frühneuhochdeutschen Wortschatz in ausgewählten Quellen (14. bis 17. Jahrhundert). Abhandlungen der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft 55, Braunschweig 2006

>199 Seiten, Euro 25.– / CHF 39.55 (broschiert), Euro 32.50 / 51.40 (gebunden), ISBN 3-934656-17-X

Den Text gibt es auch als Online-Version auf der Homepage www.muenzgeschichte.ch.

J. RICHTER, Die Schützentaler und Schützenmedaillen der Schweiz, sowie Die Schützenjetons der Schweiz [zwei Bände, nur geschlossen beziehbar], Regenstauf 2005

408 und 120 Seiten, Euro 98.–, ISBN 3-924861-95-1.

Kelten an Hoch- und Oberrhein. Führer zu archäologischen Denkmälern in Baden-Württemberg Band 24, Esslingen 2005

139 Seiten, Euro 12.–. ISBN 3-8062-2034-4.

W. SZAIVERT – R. WOLTERS, Löhne, Preise, Werte. Quellen zur römischen Geldwirtschaft. Darmstadt 2005

376 Seiten, Euro 74.90. ISBN 3534167740.

A. COLOMBI, Wie viel kostete Luzern? 7000 Löhne & Preise aus 8 Jahrhunderten. Norderstedt 2005

CHF 33.– / Euro 18.70. ISBN 3-8334-2836-8.

Das Buch kann auch direkt beim Autor bezogen werden: A. Colombi, Buchenweg 6, 6010 Kriens.

R. KUNZMANN, Konsumgeld der Schweiz, Regenstauf 2005

CHF 95.– / Euro 60.–. ISBN 3-924861-94-3.

J. DIAZ TABERNERO – C. HESSE, Müstair, Kloster St. Johann, Bd. 2: Münzen und Medaillen (Veröffentlichungen des Instituts für Denkmalpflege an der ETH Zürich 16.2), Zürich 2004

212 Seiten, 20 Tafeln, Abb. im Text. CHF 78.– / Euro 53.–. ISBN 3 7281 2921 6. Bestellungen: verlag@vdf.ethz.ch

Vorgestellt werden rund 1000 Fundmünzen und 179 religiöse Medaillen aus dem Klosterareal der Benediktinerinnenabtei St. Johann im Münstertal (GR). Es handelt sich dabei um einen der grössten Siedlungsfundkomplexe der Schweiz. Bis auf wenige Ausnahme stammen die Objekte aus dem Mittelalter und der Neuzeit.

S. FASSBINDER, Wallfahrt, Andacht und Magie. Religiöse Anhänger und Medaillen, Beiträge zur neuzeitlichen Frömmigkeitsgeschichte Südwestdeutschlands aus archäologischer Sicht (Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters, Beiheft 18), Bonn 2003

Euro 106.–. ISBN 3-7749-3087-2.