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Publications

Rapport annuel IFS ITMS IRMS 2014

Im Berichtsjahr standen – wie bereits im Jahr 2013 – die laufenden Publikationsprojekte und die Drittmittelprojekte im Mittelpunkt, die einen grossen Teil unserer Ressourcen banden.

Die Kommission trat zwei Mal für die laufenden Geschäfte zusammen, Weiteres wurde auf dem Zirkularweg erledigt. Der Kommissionspräsident Markus Peter informierte sich zudem regelmässig über den laufenden Betrieb.

Auf Ende 2013 trat Prof. em. Dr. Hans-Ulrich Geiger aus der Kommission zurück. Zusammen mit Prof. em. Dr. Hans-Markus von Kaenel hatte er sich intensiv für Einrichtung des IFS als Unternehmen der SAGW eingesetzt und stand der Kommission 1993–1998 als Präsident vor. Auch in den folgenden Jahren begleitete er die Arbeiten des IFS intensiv. Wir wünschen ihm für die Zukunft viel Freude und Kraft für seine laufenden numismatischen Projekte und Publikationen und seine weiteren Vorhaben. – Seine Nachfolge in der Kommission tritt Frau Prof. Dr. Anne Kolb an, Althistorikerin an der Universität Zürich.

Das IFS-Team ist unverändert, Ende 2014 ist das IFS mit 280 Stellenprozenten besetzt. Für temporäre, projektbezogene Assistenzen und über Drittmittel konnten weitere ca. 150 Stellenprozente finanziert werden. Zu den laufenden Aufträgen der Fundmünzenbearbeitung in den Kantonen Aargau, Basel-Stadt, Bern, Jura, Luzern, St. Gallen und Zug kamen einige grössere Zusatzaufträge hinzu, die die Kapazitäten der IFS-Mitarbeitenden sprengten. So konnte u. a. eine Kooperation mit dem Institut für archäologische Wissenschaften, Archäologie der Römischen Provinzen an der Universität Bern gefunden werden. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Markus Peter garantiert diese die längerfristige, einheitliche Bearbeitung der Fundmünzen der römischen Siedlung von Jona-Kempraten SG. Die mehrjährigen Projekte in den Kantonen Baselland und Obwalden wurden weitergeführt. Über Assistenzen wurden einerseits weitere Fundmünzenbestände digitalisiert, andererseits konnten die RedaktorInnen der laufenden Publikationsprojekte entlastet werden.

Mit der gewohnten Kompetenz und Sorgfalt besorgte auch im Berichtsjahr die SAGW für uns die Finanz- und Personaladministration. Wir danken dem SAGW-Team und insbesondere Frau Annemarie Hofer-Weyeneth herzlich für die gute und stets freundliche Zusammenarbeit und die vielfältige Unterstützung.

Wissenschaftliche Tätigkeit

Auch im Berichtsjahr gelangten viele Personen und Institutionen aus dem In- und Ausland mit kleinen und grösseren Anfragen aus allen Gebieten der Münz- und Geldgeschichte sowie der archäologischen Numismatik ans IFS. Die internationalen Kontakte, u. a. im Hinblick auf die gemeinsame Erschliessung der europäischen Fundmünzen, wurden weitergeführt. Im Zusammenhang mit Projekten erfolgten diese im Berichtsjahr verstärkt in den norditalienischen Raum (Theodul-Pass) und nach München (Keltenschatz von Füllinsdorf BL).

Ein weiterer Schwerpunkt war die Betreuung der Nutzer unserer FileMaker-Applikation NINNO. Die webbasierten Auswertungsfunktionen wurden erweitert.

Der Grossteil der wissenschaftlichen Recherchen und Auswertungen erfolgt im Zusammenhang mit unseren Publikations- und den Drittmittelprojekten.

Tagungen und Vorträge

Im März traf sich das European Coin Find Network (ECFN) auf Einladung der Universität Basel und des IFS in Basel. In drei intensiven Tagen diskutierten Kolleginnen und Kollegen aus Europa und den USA über gemeinsame Standards und die Voraussetzungen zur gemeinsamen Bewirtschaftung der verschiedenen nationalen Fundmünzen-Datenbanken (siehe Kastentext).

Die Mitarbeitenden vertraten das IFS an weiteren Tagungen im In- und Ausland und stellten die verschiedenen Projekte vor, u. a. M. Nick in Frankfurt am Main (D), J. Diaz Tabernero in Basel, Ch. Weiss in Olten und R. C. Ackermann in Basel, Lausanne, Mistelbach (A), Lohrhaupten (D) und Wien (A). Die Jahresversammlung der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Fundmünzen (SAF) in Lausanne sowie die Jahrestagung der Schweizerischen Numismatischen Gesellschaft (SNG) in Olten wurden von A.-F. Auberson bzw. von J. Diaz und Ch. Weiss im Rahmen ihrer jeweiligen Vorstandstätigkeit mitorganisiert.

Forschungsprojekte

Die verschiedenen, zum grossen Teil über Drittmittel finanzierten Projekte decken alle Epochen und die ganze Schweiz ab. Über Sondermittel der SAGW konnte das Aventicum-Projekt weitergeführt werden: Die Abbildungen sind bereitgestellt, mit der Auswertung wurde begonnen. Die beiden Projekte zu den Fundmünzen Baselland schreiten wie geplant voran, und einer Katalog der mittelalterlichen Börse vom Brünigpass im Kanton Obwalden ist fertiggestellt (vgl. Jahresbericht IFS 2013). Zudem wurden die Münzen einer neuen Fundstelle in Cornol JU bearbeitet; an den weiteren Untersuchungen 2015 durch das Office du patrimoine historique (OPH JU) in Zusammenarbeit mit der Universität Basel, Departement Altertumswissenschaften – Vindonissa-Professur, wird das IFS beteiligt sein.

Publikationen

Im Dezember erschien das Bulletin IFS ITMS IRMS 21, 2014 und wurde zusammen mit den Schweizer Münzblättern versandt; wir danken der SNG für die finanzielle und ideelle Unterstützung dieser Publikation.

Daneben erschienen mehrere Artikel und Beiträge der IFS-Mitarbeitenden in verschiedenen Fachzeitschriften und archäologischen Publikationen des In- und Auslandes. Hervorzuheben sind ein Bericht zur rechtlichen Situation betreffend Fundmünzen in der Schweiz im Compte rendu der Internationalen Numismatischen Kommission (INC), ein Beitrag in der Publikation der keltischen Gräber von Bern-Reichenbachstrasse und die Vorlage der Münzfunde von Hospental UR. Die vollständige Liste der Publikationen 2014 ist über unsere Homepage einsehbar.

Öffentlichkeitsarbeit

Das IFS und seine MitarbeiterInnen sind vermehrt in den universitären Lehrbetrieb einbezogen. Ch. Weiss ist neben seinem Pensum beim IFS Assistent an der Universität Bern. A.-F. Auberson, J. Diaz und R. C. Ackermann bestritten einzelne Lektionen an den Universitäten Bern, Fribourg und Zürich, und die Studierenden einer Lehrveranstaltungen an der Universität Bern besuchten das IFS und gewannen einen Einblick in unsere Arbeit.

Der breiten Öffentlichkeit präsentierten wir uns am Römerfest in Augusta Raurica.

Der wichtigste Auftritt gegen aussen ist weiterhin unsere mehrsprachige Homepage, auf der wir Informationen und Materialien zur archäologischen Numismatik bereit stellen. Zentrale Bereiche sind die online als Datenbank aufbereiteten Fundmünzen und die Auswertungstools, die Nutzern unserer FileMaker-Applikation NINNO zur Verfügung stehen.

Rückblick und Ausblick

Das kommende Jahr wird uns in mehrerer Hinsicht fordern. Einerseits gilt es, die verschiedenen Publikations- und Drittmittelprojekte weiterzuführen und die bestehenden Kooperation zu intensivieren. Die Publikation zur Börse des sog. «Söldners» vom Theodul-Pass ist in Produktion, sie wird anfangs 2015 erscheinen. Im Laufe des Jahres sollen der Band zu den keltischen Fundmünzen der Schweiz und Zug III folgen. Neu werden u. a. im Auftrag der Kantonsarchäologie St. Gallen die römischen Horte von Oberriet und Vättis zur Publikation aufbereitet werden.

Zugleich wird sich vieles ändern: Im Mai 2015 wird das IFS innerhalb der Stadt Bern umziehen. Die Räumlichkeiten an der Aarbergergasse 30 in Bern, die wir 1999 bei der Zusammenlegung der Arbeitsstellen Lausanne und Zürich bezogen haben, sind längst zu eng geworden. Zudem stehen Wechsel im Team an.

Im Alltag werden zudem die Weiterentwicklung unserer Datenbanken und das Bereitstellen weiterer online-Ressourcen im Zentrum stehen. Die Pflege der vielfältigen Kontakte zu den kantonalen Stellen wird weiterhin spontane und auch kurzfristig angesetzte Einsätze des Teams erfordern und damit unseren Alltag bereichern.

Rahel C. Ackermann
Bern, Januar 2014

Das European Coin Find Network (ECFN) in Basel

Das European Coin Find Network (ECFN) folgte der Einladung von Prof. Dr. Peter-Andrew Schwarz, Vindonissa-Professur der Universität Basel, und des Inventars der Fundmünzen der Schweiz (IFS), Bern, und traf sich vom 13.–15. März 2014 in Basel zum dritten gemeinsamen Workshop mit nomisma.org. Die Räumlichkeiten des Rosshofs, Sitz des Departements Altertumswissenschaften der Universität Basel, boten den 26 Teilnehmenden einen idealen Rahmen für dieses Arbeitstreffen, das inhaltlich durch Dr. David Wigg, Römisch-Germanische Kommission, Frankfurt am Main, organisiert war.

Ein Apéro, der an den öffentlichen Vortrag von Markus Peter anschloss, bot allen die Gelegenheit zu Gesprächen mit den ausländischen Gästen.

Die Teilnehmer des ECFN-Workshops 2014 in Basel (Photo ECFN)
Die Teilnehmer des ECFN-Workshops 2014 in Basel (Photo ECFN).

Das ECFN ist ein Verband europäischer Münzfundprojekte von England bis in die Ukraine. Gemeinsam werden Daten-Standards entwickelt, die in Zusammenarbeit mit nomisma.org in Form von NUDS (Numismatic Description Standards) mit fixen URI-Adressen hinterlegt werden können. Deren Implementierung in die verschiedenen nationalen oder Projekt-Datenbanken wird in Zukunft den Datenaustausch vereinfachen. In einem ersten Schritt konzentrieren wir uns auf die römische Münzprägung (Republik und Kaiserreich).

Das Treffen in Basel umfasste drei Blöcke. In einem ersten Teil informierten die Teilnehmenden über laufende und neue Projekte. Im zweiten Teil kamen neue Entwicklungen und technische Möglichkeiten zur Sprache, und am Schluss blieb ausreichend Zeit für die Diskussion der mehrsprachigen Begriffslisten, die als Basis für die NUDS dienen.

Einmal mehr zeichnete sich das Treffen durch einen sehr offenen Informationsaustauch aus. Das Rahmenprogramm bereicherte die Tagung. Wir danken allen, die das Treffen unterstützt haben, sehr: der Universität Basel, der Römerstadt Augusta Raurica, dem Vindonissa-Museum Brugg und Rick Witschonke, American Numismatic Society (ANS), der das gemeinsame Abschlussessen am Freitagabend offerierte.